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Mehr als Regelkenntnis: Schiedsrichter-Ausbildung mit Blick auf Fitness und Gesundheit
Dritter Lehrgang der Eishockey-Schiedsrichter des Bayerischen Eissport-Verbandes setzt erstmals einen neuen Schwerpunkt: Mit Fitness- und Beweglichkeitstestungen wird die körperliche Leistungsfähigkeit der Unparteiischen gezielt erfasst und in die Ausbildung integriert.
Vom 28. bis 30. August stand der dritte von insgesamt vier Schiedsrichter-Lehrgängen des Bayerischen Eissport-Verbands auf dem Programm. Neben den bewährten Inhalten auf und neben dem Eis rückte dabei ein Thema erstmals besonders in den Mittelpunkt: die körperliche Fitness der Schiedsrichter.
Denn wer über 60 Minuten auf dem Eis Entscheidungen treffen, dem Spielgeschehen jederzeit folgen und auch in intensiven Spielsituationen den Überblick behalten will, braucht mehr als Regelkenntnis und ein gutes Auge. Kondition, Beweglichkeit, Kraft und körperliche Belastbarkeit sind ebenso wichtige Bestandteile einer guten Schiedsrichterleistung.
Neue Fitness- und Beweglichkeitstestung
Erstmals wurde im Rahmen des dritten Lehrgangs eine umfassende Fitness- und Beweglichkeitstestung durchgeführt. Auch beim abschließenden vierten Lehrgang am kommenden Wochenende wird die Testung erneut Bestandteil des Programms sein.
Durchgeführt wurden die Tests gemeinsam mit Sportphysiotherapeut Michael Haas, der mit seiner Expertise und seiner Erfahrung im Eishockeysport optimale Voraussetzungen für die neue Testung mitbrachte.
Dabei wurde zunächst eine Reihe grundlegender körperlicher Parameter erfasst. Die Schiedsrichter wurden unter anderem gewogen und vermessen, bevor verschiedene Tests zur Kraft, Beweglichkeit und funktionellen Bewegungsausführung folgten.
Auf dem Programm standen unter anderem der Standweitsprung zur Erfassung der Sprung- und Explosivkraft, eine Griffkraftmessung sowie der Knee-to-Wall-Test, mit dem die Beweglichkeit des Sprunggelenks überprüft werden kann. Auch die Ausführung von Kniebeugen wurde analysiert. Ergänzt wurde die Testung durch Beweglichkeits- und Rotationstests für Hals- und Oberkörper.
Dabei geht es nicht darum, die Schiedsrichter lediglich anhand einzelner Werte zu beurteilen. Vielmehr soll die Testung einen ganzheitlichen Blick auf die körperlichen Voraussetzungen ermöglichen und dabei helfen, mögliche Defizite frühzeitig zu erkennen.
Qualität beginnt bei der Ausbildung
Mit der neuen Testung setzt der BEV einen weiteren Akzent in seiner Schiedsrichterausbildung. Der Anspruch ist klar: Gute Schiedsrichter sollen nicht nur ausgebildet, sondern gezielt entwickelt werden.
Die körperliche Vorbereitung ist dabei ein wichtiger Bestandteil. Schiedsrichter müssen während eines Spiels permanent in Bewegung sein, schnell reagieren und ihre Positionen an das Spielgeschehen anpassen. Eine gute körperliche Verfassung unterstützt dabei nicht nur die Leistungsfähigkeit auf dem Eis, sondern kann auch dazu beitragen, Bewegungsabläufe effizienter auszuführen und langfristig belastbar zu bleiben.
Safe Sport bleibt fester Bestandteil
Neben der körperlichen Leistungsfähigkeit ging es beim dritten Lehrgang auch um die Verantwortung, die mit der Tätigkeit als Schiedsrichter einhergeht. Im Rahmen eines erneuten Safe-Sport-Seminars mit Karin Mußner, Safe-Sport-Beauftragte des BEV, setzten sich die Teilnehmer mit dem Thema auseinander.
In einem offenen Austausch wurden Fragen rund um Safe Sport besprochen, für relevante Themen sensibilisiert und gemeinsam diskutiert. Damit bleibt der Bereich Prävention und Schutz ebenfalls ein fester Bestandteil der Schiedsrichterausbildung.
Regelkenntnis und Praxis auf dem Eis
Natürlich kam auch das klassische Ausbildungsprogramm nicht zu kurz. Wie bei den vorangegangenen Lehrgängen standen sowohl die praktischen Einheiten auf dem Eis als auch die theoretische Ausbildung auf dem Programm.
Ein Schritt weiter in Richtung Saison
Mit dem dritten Lehrgang biegt die Ausbildungsreihe nun auf die Zielgerade ein. Der vierte und letzte Lehrgang findet vom 4. bis 6. September statt. Auch dort wird die neue Fitness- und Beweglichkeitstestung erneut eine Rolle spielen.
So geht die Vorbereitung der BEV-Schiedsrichter Schritt für Schritt in Richtung Saisonstart. Mit einer Ausbildung, die den gesamten Schiedsrichter in den Blick nimmt.
