News
Curling bei Olympia 2026: Starkes Finale trotz verpasstem Halbfinale
Die Olympischen Winterspiele 2026 in Cortina d’Ampezzo waren für die deutschen Curler um Skip Marc Muskatewitz (30) ein intensives Erlebnis voller Höhen und Tiefen. Nach einer starken Qualifikation und als frischgebackene Europameister 2024 reisten Muskatewitz, Benjamin Kapp (23), Felix Messenzehl (22) und Johannes Scheuerl (23) mit hohen Erwartungen nach Italien – das Ziel war klar: das Halbfinale und die Chance auf eine olympische Medaille.
Turnierverlauf: Auf und Ab in der Round Robin
Das Turnier begann für die deutsche Mannschaft vielversprechend, doch bereits früh zeigten sich die Herausforderungen eines olympischen Wettbewerbs. Trotz beherzter Leistungen gegen starke Gegner aus aller Welt blieben die Ergebnisse zunächst durchwachsen. Besonders schmerzhaft waren die Niederlagen gegen die zuvor sieglosen Teams aus Tschechien (7:9) und die Schweiz (4:8), die die Halbfinalträume frühzeitig gefährdeten.
Doch das Team ließ sich nicht entmutigen. In ihrem letzten Round-Robin-Spiel gegen China gelang ein versöhnlicher Abschluss: Mit 6:4 siegten Muskatewitz und seine Kollegen, auch wenn das Turnier für sie zu diesem Zeitpunkt sportlich bereits entschieden war.
„Ich bin enorm stolz auf das Team. Wir haben draußen alles gegeben und unsere Chancen genutzt“, sagte Muskatewitz nach dem letzten Spiel in der ARD. Scheuerl ergänzte: „Die Unterstützung der deutschen Fans war unglaublich – das ist für uns etwas extrem Besonderes.“
Eine junge Mannschaft, die überzeugt
Mit einem Durchschnittsalter von gerade einmal 24 Jahren war das deutsche Curling-Team die jüngste Mannschaft im gesamten Olympiaturnier. Trotz der Unerfahrenheit auf der größten Bühne des Wintersports zeigte das Quartett enorme Einsatzbereitschaft und technische Fertigkeiten. Benjamin Kapp betonte: „Wir haben gesehen, dass wir vorne mitspielen können, das gibt uns viel Motivation für die Zukunft.“
Felix Messenzehl hob die mediale Aufmerksamkeit hervor, die das Team in Deutschland erhalten hat: „Normalerweise stehen wir etwas im Schatten, aber der kleine Hype zu Hause war wunderschön. Wir haben viele Nachrichten und Social-Media-Kommentare bekommen – das werden wir nie vergessen.“
Historische Perspektive
Für die deutschen Curler war die Olympia-Teilnahme 2026 ein besonderer Meilenstein. Seit 2014 in Sotschi hatte sich die deutsche Auswahl erstmals wieder für das olympische Curlingturnier qualifiziert – damals hatten sie als WM-Achter den Einzug nach Olympia knapp geschafft. In Mailand und Cortina zeigte das Team, dass es international mithalten kann, auch wenn eine Medaille noch außer Reichweite blieb.
Ausblick
Die Olympischen Spiele 2026 haben den deutschen Curlern vor allem eines gegeben: Erfahrung auf höchstem Niveau und Selbstvertrauen für kommende Turniere. Muskatewitz, Kapp, Messenzehl und Scheuerl werden die nächste Saison nutzen, um an ihrer Strategie und Präzision zu feilen. Für die junge Mannschaft gilt das Motto: „Olympia war nur der Anfang – wir wissen jetzt, dass wir vorne mitspielen können.“
Bilder: @teamdeutschland